Aspekte des neuen Rechtsradikalismus

Theodor W. Adorno, Volker Weiß (Nachwort), Axel Wostry (Spr.)

Ungekürzte Hörfassung
 
im Jewelcase:

  • 2 Audio-CDs
    94 Min.
    2019, cc-live
    ISBN 978-3-95616-466-8
    14,95 €

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SPIEGEL-Bestseller Taschenbuch
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Am 6. April 1967 hielt Theodor W. Adorno auf Einladung des Verbands Sozialistischer Studenten Österreichs an der Wiener Universität einen Vortrag, der aus heutiger Sicht nicht nur von historischem Interesse ist. Vor dem Hintergrund des Aufstiegs der NPD, die bereits in den ersten beiden Jahren nach ihrer Gründung im November 1964 erstaunliche Wahlerfolge einfahren konnte, analysiert Adorno Ziele, Mittel und Taktiken des neuen Rechtsradikalismus dieser Zeit, kontrastiert ihn mit dem "alten" Nazi-Faschismus und fragt insbesondere nach den Gründen für den Zuspruch, den rechtsextreme Bewegungen damals - 20 Jahre nach Kriegsende - bei Teilen der bundesdeutschen Bevölkerung fanden. Vieles hat sich seitdem geändert, manches aber ist gleich geblieben oder heute, 50 Jahre später, wieder da. Und so liest sich Aspekte des neuen Rechtsradikalismus wie eine Flaschenpost an die Zukunft, deren Wert für unsere Gegenwart Volker Weiß in seinem Nachwort herausarbeitet.

Rundum gelungene Wiederauflage eines deprimierend aktuellen Texts. lesenswert: das sorgfältig gestaltete Booklet.
Axel Wostry imitiert Adorno nicht. Er liest klarer, setzt die Betonungen logischer.

(ausgezeichnet mit dem Siegel "Grandios" des BÜCHERmagazins
02/2020)


Platz 1
hr2-Hörbuchbestenliste (11 /2019)


Angesichts der jüngsten Attentate durch Rechtsradikale und wachsendem Antisemitismus erscheint der Vortrag des Philosophen und Soziologen Adorno erschreckend aktuell, obwohl er doch vor über fünfzig Jahren gehalten wurde. Was sich darin auf historische Verhältnisse bezieht, und was heute mehr denn je Gültigkeit hat, beleuchtet Volker Weiß in seinem klugen Nachwort. Axel Wostrys Lesung reißt auch jene mit, die sonst vor der Komplexität von Adornos Sprache eher zurückschrecken.

B5 aktuell / BR2 Diwan: Hörbuch der Woche (27.09.2019)

[...] Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich seit damals weitgehend geändert, die Strategien radikal rechter Politik eher nicht, wie sie Adorno schon 1967 [...] analysierte.
[...] Das Verblüffende an diesem Vortrag von Adorno ist, wie viele der von ihm anhand der NPD beschriebenen Phänomene auch auf die AfD zutreffen: Die Benutzung von Feindbildern etwa – in den 60er Jahren waren es die Kommunisten, heute sind es alle, die einem Milieu angehören, das der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen „rot-grün versifft“ nennt. Oder die damals wie heute zu beobachtende Tendenz, sich über Humanität und Moral zu mokieren. Auch zu der vieldiskutierten Frage, wie man mit rechtsradikalen Parteien umgehen solle, hat Adorno eine klare Meinung.
[...] Obwohl von Adornos 1967 gehaltenem Vortrag ein Mitschnitt existiert, hat Axel Wostry die Abschrift des Vortrags neu eingesprochen. Ohne große Emotion, aber sehr klar im Duktus stellt Wostry so die Mündlichkeit des Adorno-Textes wieder her, betont aber durch seine eher distanzierte Sprechhaltung auch die zeitliche Distanz.[...]

 

 

 

Credits

Theodor W. Adorno wurde am 11. September 1903 in Frankfurt am Main geboren und starb am 6. August 1969 während eines Ferienaufenthalts in Visp/Wallis an den Folgen eines Herzinfarkts. Von 1921 bis 1923 studierte er in Frankfurt Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musikwissenschaft und promovierte 1924 über Die Transzendenz des Dinglichen und Noematischen in Husserls Phänomenologie. Bereits während seiner Schulzeit schloss er Freundschaft mit Siegfried Kracauer und während seines Studiums mit Max Horkheimer und Walter Benjamin. Mit ihnen zählt Adorno zu den wichtigsten Vertretern der »Frankfurter Schule«, die aus dem Institut für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt hervorging.

Volker Weiß, geboren 1972, ist Historiker und Publizist. Er forscht unter anderem zur Geschichte und Gegenwart der extremen Rechten. Sein Buch Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes gilt als Standardwerk zur Neuen Rechten.

Axel Wostry arbeitet als Sprecher, Hörfunk-Regisseur und Lehrer für künstlerisches Sprechen sowie mediale Präsentation. Seit den 1980er Jahren ist er als Sprecher und Regisseur vorwiegend für den Bayerischen Rundfunk in Hörfunk und Fernsehen tätig.